Alles im Leben hat bekanntlich seinen Preis. Seien es materielle Wünsche
wie Auto, Heimkino, Pferdesport, Urlaub, ect. , der Wunsch nach der eigenen
Immobilie oder im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard zu halten. Für
die meisten sind diese Dinge aus dem laufenden Einkommen bzw. dem
vorhanden Vermögen nicht finanzierbar. Es gilt zu fragen: „Was will ich
investieren um meine Wünsche zu realisieren“. Man sollte also genau
festlegen, welchen Preis in Form von Zeit und Energie, bzw. Verzicht
auf Freizeit und Konsum man bereit ist zu zahlen, um aus den
Wünschen erreichbare Ziele zu machen. Lebensplanung und
Finanzplanung sind zwei Seiten derselben Medaille. Einerseits macht es
wenig Sinn, einfach nur Geld anzusammeln, ohne zu wissen wofür
– andererseits bleiben die meisten Wünsche und Ziele (z.B. eine
ausreichenden Privatrente) unerreichbar, wenn die Weichen für
die nötigen finanziellen Mittel nicht gestellt werden. Es ist sehr ratsam,
gerade in jungen Jahren mit dieser Weichenstellung zu beginnen. Im
Bereich der Kapitalanlagen spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle,
da sich bei langer Laufzeit der Zinseszins-Effekt immer stärker bemerkbar macht.
Im Bereich der Personenabsicherung wirkt sich das junge Einstiegsalter positiv auf den Versicherungsbeitrag aus.
Seit je her wird die Finanz- bzw. Vermögensberatung in Deutschland von den Versicherungsgesellschaften und den Banken dominiert. Es haben sich in den letzten Jahrzehnten zwar auch einige große (Struktur)-vertriebe etabliert, die mit einer unabhängigen Beratung werben, doch ist auch hier alles auf den Produkt-Absatz ausgerichtet. Ohne Vertragsabschluss verdient weder ein Versicherungsvertreter, noch ein Vermögensberater eines (Struktur)-vertriebes seine lebenswichtige Abschlussprovision. Ob eine solche Beratung immer im Interesse des Kunden liegt, ist fraglich. Holt man sich für die Vermögensplanung fremde Hilfe, so sollte bei einer solchen Beratung vorher geklärt werden, wann und wie der Finanzexperte für seine Arbeitsleistung honoriert wird. Leider herrscht in Deutschland die allgemeine Haltung, eine Vermögensberatung kostenlos und unverbindlich zu erhalten, so dass es sich zwangsläufig nicht um eine unabhängige und vor allem ergebnisoffene Beratung handeln kann, sondern um einen beratenden Verkauf von Finanzprodukten. (Nach dem Motto: „Nehmen Sie Produkt A oder B, aber nehmen Sie eins!“)
Andere – moderne- Beratungskonzepte, etwa durch freie und unabhängige Honorarberater haben es in Deutschland schwer. Was für den Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmensberater, Architekt, Statiker, Bau-, Kfz-Sachverständigen (die Liste ist lang) völlig selbstverständlich ist, gilt für den Finanz- bzw. Vermögensberater hierzulande noch lange nicht. Dabei muss eine unabhängige
Vermögensberatung, z.B. durch einen freien Finanzmakler nicht nur im Bereich der Produktauswahl unabhängig sein, sondern auch vom Konzept her. Dies kann allerdings nur dann gewährleistet sein, wenn die Beratungsleistung auch dann honoriert wird, falls die individuell erstellte Vermögensplanung keinen provisionsbringenden Abschluss
vorsieht.

