Tageszinsen
Tageszinsen spielen im Kontext des Tagesgelds eine
wichtige Rolle, welches seine Rendite auf Basis
von Tageszinsen erwirtschaftet. Anders als der
Name vermuten lässt werden Tageszinsen zwar auf
Tagesbasis berechnet, aber nicht gutgeschrieben,
so dass die täglich anfallenden Zinsen nicht
selber sofort verzinst werden (Zinseszinseffekt),
sondern erst nach Gutschrift selbiger. Die
Häufigkeit der Gutschrift liegt im Ermessen
des jeweiligen Anbieters und variiert aus diesem
Grund vergleichsweise kräftig. Während viele
Anbieter die Tageszinsen lediglich einmal jährlich
gutschreiben, verfolgen andere Anbieter eine
Strategie der quartalsweisen oder halbjährlichen
Gutschrift, wobei sich die Häufigkeit auf die
Höhe der effektiven Jahresverzinsung auswirkt.
Dank des Zinseszinseffektes erhöht sich die
effektive Jahresverzinsung mit einer Abnahme
der Zeitabstände zwischen den Gutschriften.
Auf Basis von Tageszinsen lässt sich die zu erwartende Rendite an Hand folgender
Formel recht einfach berechnen:
Zinsen = Kapital * Zinssatz / 100 * Anlagedauer / 360
Der Grund für die taggenaue Berechnung von Tageszinsen liegt vor allem in den
Charakteristika des Tagesgeldes. Genaue Ergebnisse liefert ein Konto Vergleich
mit eingebundenem Tagesgeldrechner. So können Anlagen in Tagesgeld jederzeit
durch den Anleger oder das Geldinstitut aufgelöst werden, wobei mit der
Auszahlung des Anlagebetrages rein rechtlich auch die Auszahlung der bis
dato angelaufenen Zinsen erfolgen muss.
Darüber hinaus haben die Anbieter rein rechtlich die Möglichkeit die
Zinsen jederzeit und ohne vorherige Ankündigung zu verändern. In der Praxis
nehmen die Anbieter von Tagesgeld ihr Recht auf Zinsänderung in der Regel
jedoch nur dann wahr, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins
verändert. Würden die Geldinstitute eine andere Strategie fahren würde dies
dem primären Ziel, nämlich der Akquirierung von Neukunden, entgegenstehen.
Denn ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko würde viele der risikoaversen Anleger
in Deutschland verunsichern und zu einem deutlichen Rückgang der
Anlagegelder führen. Und dies gilt es zu verhindern, denn die Geldinstitute
buhlen um die Einlagen (wie Tagesgeld) ihrer Kunden, um die zunehmend
schärferen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) in Zukunft erfüllen zu können.
Als typisches Charakteristikum von Tageszinsen bzw. Tagesgeld wird oft die
Sicherheit angeführt, und zwar zu Recht. Als spezielle Form von Einlagen
werden Tagesgelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Konto durch den
staatlichen Einlagensicherungsfonds abgesichert. Dies bedeutet, dass die
Kunden im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Geldinstituts ihre
Tagesgelder aus den Mitteln des staatlichen Einlagensicherungsfonds
zurückerstattet bekommen. Darüber hinaus sind die meisten Geldinstitute
zusätzlich mindestens einem weiteren Einlagensicherungsfonds aus der
privaten Bankwirtschaft angeschlossen. Bei der Wahl des richtigen Anbieters
von Tageszinsen sollte die Zugehörigkeit zu den genannten
Einlagensicherungsfonds als mindestens so notwendig erachtet
werden wie die effektive Höhe der Tageszinsen.

